Lions können Potsdam Royals nur eine Halbzeit in Schach halten
In einem, vor allem von Seiten der Lions-Defense lange offen gestalteten Spiel, müssen sich die New Yorker Lions schlussendlich den Potsdam Royals mit 32:5 (0:3; 0:2; 16:0; 16:0) geschlagen geben. Nachdem das Team von Headcoach Troy Tomlin noch mit einer 0:5-Führung in die Halbzeitpause ging, mussten sich die Löwen in der zweiten Hälfte dem amtierenden Deutschen Meister geschlagen geben.
Aufgrund der andauernden Verletzungsmisere liefen gleich fünf Neuzugänge für die Braunschweiger in Potsdam auf. Auf Seiten des Angriffs neu im Team sind der französische Quarterback Marouane Dardour, die Runningbacks Vincent Fehr und Nils Bünger sowie Rückkehrer Tight End Fabian Rolfes. In der Defense verstärkt ab sofort der Brasilianer Gabriel Montagner die Defensive Line.
1st Quarter
Die Lions gewannen den Coin Toss und entschieden sich für das Angriffsrecht. Doch gleich der erste Versuch eines langen Passes von Karé Lyles auf Michael Breuler geriet zu kurz, und Royals-Safety Ronaldo Tomasello fing den Ball ab. Von der eigenen 32-Yard-Linie starteten die Gastgeber ihren ersten Angriffs-Drive, den die Braunschweiger Defense aber nach kurzer Zeit beendete und die Potsdamer zum Punt zwang.
Mit Läufen von CJ Okpalobi und Passfängen von Michael Breuler und Lewis Kirby kamen die Lions bis an die 9-Yard-Linie der Royals voran. Mark Peschelt sorgte von dort mit einem 26-Yard-Fieldgoal für die 0:3-Führung. Die Potsdam Royals um Spielmacher Kenyatte Allen näherten sich in ihrem nächsten Angriffs-Drive mit einem Wechsel von Lauf- und Passspielzügen Yard für Yard der Endzone der Lions. Sahen sie sich schon in der Endzone der Löwen, hatten sie aber nicht mit der Lions-Verteidigung gerechnet.
2nd Quarter
Beim Versuch von Kenyatte Allen, mit dem ersten Spielzug des zweiten Quarters selbst mit dem Ball den ersten Touchdown für sein Team zu erzielen, verlor dieser das Spielgerät, und Braunschweigs Lauritz Heinze sicherte den Ball für sein Team. In Punkte konnte die Offense der Lions den Turnover nicht umwandeln, denn die Verteidigung der Potsdamer ließ keinen nennenswerten Raumgewinn zu. Der Angriff der Royals kam nun mit ihrem zweiten US-amerikanischen Quarterback und Neuzugang Xeavier Bullock auf das Feld und machte sich erneut auf den Weg Richtung Braunschweiger Endzone. Dieses Mal kamen sie bis an die 5-Yard-Linie der Lions voran, bevor es Xeavier Bullock war, der ebenfalls bei einem eigenen Laufversuch den Ball verlor – Braunschweigs Safety Louis Bergeron konnte diesen in der eigenen Endzone sichern.
Im weiteren Verlauf des zweiten Spielviertels konnten weder die Offense der Royals noch die der Lions Mittel und Wege finden, um zu punkten. So dauerte es bis kurz vor der Halbzeitpause, bevor das Special Team der Löwen, in Person von Patrick Finke, die Führung auf 0:5 erhöhen konnte: Bei einem Puntversuch der Royals blockte Finke den Ball, der über die Endzone der Potsdamer hinausrollte – Safety.
3rd Quarter
In der Halbzeitpause schienen die Hausherren die richtigen Korrekturen gemacht zu haben, denn sie kamen deutlich verbessert und offensiv effektiver aus der Kabine. Kontinuierlich ging es Richtung Braunschweiger Endzone, und die Kombination Kenyatte Allen auf Tight End Finn Krause sorgte mit einem 5-Yard-Pass für die 8:5-Führung der Potsdamer (TPC M. Flowers). Die Verteidigung der Royals lief ebenfalls auf Hochtouren und ließ dem Angriff der Braunschweiger um Karé Lyles kaum Luft und Zeit zum Atmen oder Raumgewinn.
So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Gastgeber ihre Führung weiter ausbauen konnten. Mit Läufen von Heiko Bals und Xeavier Bullock ging es bis 14 Yards vor die Braunschweiger Endzone. Der Quarterback der Royals selbst sorgte von dort mit einem Lauf für den Ausbau der Führung auf 16:5 (TPC H. Bals).
4th Quarter
Es ging ins vierte und letzte Quarter, und die Potsdam Royals machten dort weiter, womit sie im dritten Viertel erfolgreich waren. Die Verteidigung des Titelverteidigers setzte Braunschweigs Angriff weiter unter Druck, sodass sich kaum noch ein Spielzug entwickeln konnte. Die Offense der Royals nutzte zunehmend die nachlassenden Kräfte der Braunschweiger Verteidigung aus und kam vor allem mit ihrem Laufspiel über Heiko Bals und Xeavier Bullock zum Erfolg. Heiko Bals war es auch, der mit einem 9-Yard-Lauf auf 24:5 (TPC X. Bullock) erhöhte.
Die Lions warfen noch einmal alles in die Waagschale und schafften es, sich bis auf 20 Yards der Potsdamer Endzone vorzuarbeiten. Von dort versuchte Karé Lyles, seinen Receiver Philipp Dolezal in der Endzone anzuspielen. Der Pass wurde jedoch abgefälscht, und Aashari Crosswell auf Seiten der Royals fing den Ball ab und trug ihn über mehr als 100 Yards bis in die Endzone der Lions zum 32:5 (TPC K. Allen) zurück. Damit war das Spiel entschieden, und auch das letzte Aufbäumen der Lions mit auslaufender Uhr brachte keinen zählbaren Erfolg mehr.
Scoreboard
00:03 – 26-Yard-Fieldgoal M. Peschelt
00:05 – Safety – Blocked Punt P. Finke, Ball über die Endzone ins Aus
08:05 – 5-Yard-TD-Pass K. Allen auf F. Krause (TPC M. Flowers)
16:05 – 14-Yard-TD-Lauf X. Bullock (TPC H. Bals)
24:05 – 9-Yard-TD-Lauf H. Bals (TPC X. Bullock)
32:05 – 100-Yard-Interception-Return-TD A. Crosswell (TPC K. Allen)
Text: Holger Fricke